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Sportsmänner: Unter den Besten in der besten Handballliga – Kern/Kuschel Elite-Schiedsrichter

Details

Es gibt auch gute Nachrichten in Zeiten von Corona. Thomas Kern und Thorsten Kuschel sind in den Elite-Kader der deutschen Handball-Schiedsrichter aufgerückt. Den 36-jährigen Bellheimer und den 35-Jährigen aus Karlsruhe verbinden viele gemeinsame Jahre und Erinnerungen an Spiele in Kiel und Flensburg. Ein Wildunfall kommt auch vor.

Einmal 1. Liga: abgehakt. Einmal in Kiel pfeifen: erledigt. Einmal zu Flensburg-Handewitt: Häkchen dran. Der aus Hagenbach stammende Thorsten Kuschel geht mal schnell die Stufen mit den persönlichen Zielen durch, die er zusammen mit Thomas Kern aus Bellheim erklommen hat. Seit 1998 sind die beiden im Handball ein Schiedsrichtergespann. Am Mittwoch ist Kuschel darüber informiert worden, dass sie in den erlauchten Kreis der rund 15 deutschen Elitekader-Gespanne aufgerückt sind.

Beim Essen war Kuschel diesmal nicht. Vor knapp zwei Jahren, so wurde es erzählt, war ihm fast der Löffel aus der Hand gefallen, als der Anruf kam: Nach 13 Jahren mit Spielen bis zur 2. Männer-Bundesliga haben Kern/Kuschel zur Saison 2018/19 den Sprung in den Elite-Anschlusskader geschafft. In den Kreis, in dem die ersten Aufträge für die 1. Bundesliga der Männer verteilt werden. Frauenspiele hatten sie da schon genug.

Premiere in Leipzig

Am 4. September 2018 war es so weit: Bundesliga-Premiere bei Leipzig gegen Bietigheim (31:24) vor 3500 Zuschauern. Wann sie das nächste Mal in der Bundesliga pfeifen, ist unsicher. Ziemlich sicher ist: Die beiden sind fit. David Gröger ist Bundestrainer Athletik und im Bilde, er kann sich die Fitnesswerte, die sie erreichen, ansehen, weil die Schiris spezielle Sportuhren überstreifen.

Vier Trainingseinheiten in der Woche, da habe er zu Beginn der Corona-Krise schon geschluckt, weil er beruflich seht eingespannt gewesen sei, erzählt Kern (36). Corona stellte Konzerne wie Siemens, wo er Projektleiter ist, vor ungeheuere organisatorische Herausforderungen. Mittlerweile ist Kern im Homeoffice. „Das ist noch mal Motivation nebenher“, sagt er nun über die sportliche Herausforderung, die den besten deutschen Handball-Schiedsrichtern vorgegeben wird.

Voll Adrenalin

Sie müssen mit vielen Spielen unter der Woche klarkommen, das geht dann über 24 Stunden hinaus. Zug, Mietwagen, Flug, alles ist dabei, wie Kuschel (35), Lehrer am Europa-Gymnasium in Wörth und da in der Schulleitung, erzählt. Kern hat seinen Laptop dabei, um zu arbeiten: „Der Arbeitgeber macht das mit.“ Apropos Fliegen: „Ob ich das wieder so machen würde, weiß ich gar nicht. Mit dem Zug kommst du ganz gut hin.“ Herausfordernder als Kiel oder Flensburg sei beispielsweise Nordhorn – „das liegt ja so in der Pampa“.

Den ersten Einsatz in Kiel hatten Kern/Kuschel im Oktober 2018. Kiel schlug Gummersbach vor 10.285 Zuschauern mit 31:25. Strafminuten: Kiel zwei (Pekeler), VfL acht (Vukovic, zweimal Pouya Norouzi, Schröter). Siebenmeter: 6/6:1/0. Gummersbach war auch der Gegner beim ersten Einsatz bei der SG Flensburg-Handewitt (28:20 für die Gastgeber im April 2019).

„Nach der Stunde denkst du, das war’s jetzt? Da bist du voll Adrenalin“, deutet Kuschel an, was so ein Spiel in ausverkauften Hallen mit einem macht. Kerns Laptop ist nach den Spielen gleich zu gebrauchen. Unmittelbar wird ein USB-Stick hereingereicht mit Szenen des Spiels, die der Schiedsrichter-Beobacher mit den Akteuren besprechen will.

Ein Spiel der Eulen Ludwigshafen? Geht nicht, weil sie Pfälzer sind. Aber die Löwen hätten sie auswärts in Minden gehabt, sagt Kuschel. Die Rhein-Neckar Löwen gewannen Ende November 2019 nach 17:20-Rückstand mit 28:24. Jannik Kohlbacher verletzte sich. Ilija Abutovic, Abwehrchef der Löwen, sah nach der dritten Zeitstrafe „rot“.

„Jederzeit am Ball“

Der Elite-Status ist das Höchste, was Kern/Kuschel erreichen konnten. „Ich habe mich tierisch gefreut. Ich wusste, das die Saison gut war, wusste aber nicht, wie das gesehen wird“, sagt Kuschel. Der Zug, international zu pfeifen, war schon lange abgefahren, weil sie mit 32 noch kein Länderspiel hatten. Ihr zukünftiges Haupteinsatzgebiet: noch mehr Spiele in der 1. Bundesliga der Männer. Wenn sie nicht schwächer werden, haben sie knapp 15 Jahre in der stärksten Handballliga vor sich.

Taktisch und regeltechnisch werden die Gespanne auch in Corona-Zeiten permanent auf dem Laufenden gehalten. Sie werden geschult, ihnen werden die Szenen mit ihren Schwächen gezeigt, sie bekommen Regeltests. Kuschel: „Du bist jederzeit am Ball, damit du kopfmäßig topfit bist.“

Die Sache mit Marpingen

Er spricht von einer besonderen Freundschaft mit dem Bellheimer Kern. Das Private vermischt sich mit dem Sport, wenn man so viele Stunden zusammen verbringt. Es gebe eine „blinde Vertrauensbasis“, ein Füreinander auch abseits der Handballhalle.

Der pfälzische Verbandspräsident Ulf Meyhöfer hat den beiden umgehend gratuliert: „Ihr steht nun in der Tradition unserer großen Pfälzer Schiedsrichtergespanne, die sich teilweise noch immer in der Schiedsrichteraus- und -weiterbildung engagieren, das zeichnet die Besonderheit und Einzigartigkeit unserer Pfälzer Handball-Familie aus.“

16 Jahre lang waren die Pfälzer Schiedsrichter nicht mehr in der 1. Bundesliga vertreten gewesen, bis Kern/Kuschel kamen. Kern erinnert sich an den ersten gemeinsamen Auftrag, 1998 in Dudenhofen. Ob es in den Jahren bis heute ein Spiel gegeben hat, zu dem der Partner ausfiel? „Es gab ein Spiel zu Drittligazeiten, wo ich recht kurzfristig ausgefallen bin und er allein pfeifen musste“, antwortet Kuschel. „Hat er gesagt, warum er ausgefallen ist?“, fragt Kern, lacht und behält es dann doch für sich. Der letzte Saisonspieltag sei es gewesen, ein Spiel in Marpingen. „Auf dem Heimweg hab’ ich noch einen Wildunfall gehabt.“

   
© SG Ottersheim-Bellheim-Zeiskam